Autoren aus dem Landkreis: Maurice Bouillon, der Geschichtenausdenker

In unserer Reihe „Autoren aus dem St. Wendeler Land“ stellen wir euch anlässlich der Buchmesse in Frankfurt Menschen vor, die ganz in der Nähe wohnen und eigene Bücher schreiben und veröffentlichen. Heute haben wir Maurice für euch im Interview, der von seinem super spannenden Buch und dem Zwang, Geschichten aufschreiben zu müssen, erzählt.

Hallo Maurice, stell dich doch mal kurz vor.

Mein Name ist Maurice Bouillon, ich bin 24 Jahre alt und komme aus Oberthal. Mein gesamtes Leben bin ich mir schon an großen Ideen und Geschichten interessiert, deshalb kann ich mich kaum erinnern, wie lange ich schon eigene Geschichten ausdenke, sie waren einfach schon immer da. 

Dennoch zog es mich nach meinem Abitur in das Herz Schwabens, nach Stuttgart. Dort studierte ich und arbeitete für einen internationalen Finanzdienstleister. Irgendwann entschied ich mich aber dazu meiner Leidenschaft nachzugehen. 

Seit wann schreibst du denn schon eigene Bücher? 

Ich glaube, das Schreiben immer in jungen Jahren beginnt. Doch noch bevor ich schreiben konnte, habe ich die Freude am Geschichten erzählen entdeckt. So dachte ich mir Geschichten aus und spielte Szenarien mit aufgemalten Strichmenschen nach. 

Geschichten spielen sich seit meiner Kindheit konstant in meinem Kopf ab. Aus so gut wie jedem Ereignis kann ich Elemente für eine gute Geschichte ziehen. Irgendwann erwachte der Wunsch in mir diese aufzuschreiben. Ich verspürte eine Notwendigkeit, an manchen Tagen sogar schon eine Art Zwang, die Gedanken, die mir durch den Kopf spuckten, zu Papier zu bringen. 

Nach und nach begann ich öfter und mit einem professionellen Anspruch zu schreiben. All dies hat Früchte getragen und fand nun seinen Ausgang in meinem ersten Buch. 

Zu deinem Buch, wie heißt es und um was geht es darin? 

Mein Buch trägt den Namen, Für immer schlafende Kinder – Gerechter Zorn. In meinen Augen lebt jedes Buch von seinen Charakteren. Diese bringen die Handlung voran und müssen sich ihren Limitationen stellen, weshalb jedes Werk nur durch die handelnden Figuren darin vorgestellt werden kann: 

Jo, mein Protagonist, ist ein gebrochener Mann, der alles opferte, alles verlor und der zusehends von seiner Genialität in den Wahnsinn getrieben wird. 

Immer wieder fragt er sich, wieso es ihm gelingt, all diese Monster zu fangen. Er versteht sie, er kann ihr Begehren nachvollziehen und hierbei erkennt er eine schreckliche Wahrheit: Wer lange genug Monster jagt, läuft in Gefahr selbst zu einem zu werden. 

Trotz der Stimme in seinem Innern, die ihn anfleht nicht mehr nachzugeben, die ihn anfleht all dies hinter sich zu lassen, mit allem Schluss zu machen, lässt er sich erneut in den Sumpf zurückziehen und es drängt sich die Frage auf: Zu was ist ein solcher Mann fähig? 

Im schönen Kühnenheim ereignete sich eine Tragödie, zwei Kinder sind innerhalb von zwei Jahren ermordet worden und ein weiteres wird vermisst. Nur ist nichts wie es zuerst scheint. Jo werden zwei junge Ermittler zur Seite gestellt, welche jedoch nicht nur ihre Hilfe einbringen, sondern eben auch ihre Probleme. 

So fechten die Schatten der Vergangenheit dieser drei Ermittler einen ungleichen Kampf und ihre Leidenschaften brennen im Inferno der Realität. Schär, der seine Vergangenheit lieber verdrängt, als sie zu akzeptieren und vom Gefühl der Schuld zurückgehalten, nicht der Mann sein kann, zu dem er bestimmt ist, wird um Eve ergänzt, die zu gut für ihren Beruf aussieht und unter dem Klischee einer von Männern dominierten Branche zu leiden hat. Dem nicht genug, wird die junge Frau zwischen diesen Klischees und dem elenden Narrativ eines verdrehten Feminismus, dass Frauen alles können und der darin impliziten Forderung, dass sie dadurch auch alles tun müssen, zerdrückt. 

Noch nie haben sich die beiden jungen Ermittler dadurch eine einzige Frage gestellt: „Was will ich und wer bin ich?“ Und hierdurch kennen sie auch nicht die Antwort auf die Frage: „Zu was bin ich fähig?“ Zwei Fragen, die wohl jeder junge Mensch der Moderne nachvollziehen kann und eine weitere, auf die wir in unserer fragilen Zeit unbedingt eine Antwort finden müssen. 

Als wäre dies nicht genug, müssen sich die drei Protagonisten Jos totgeglaubtem Erzfeind stellen. Jenem Mann, dem er alles opferte, ALLES. Der ihm nicht nur raubte, was ihn ausmachte, sondern ebenfalls zeigte, dass er nicht jener Mann ist, den er all die Jahre glaubte darzustellen. Dieses Mal entwickelt sich jedoch der persönliche Kampf von Jo und UaB (die sich rächende Weltenseele) zu einem Krieg um die Herzen unserer so tief gespaltenen Gesellschaft. 

Zwischen politischen Ränkespielen und dem permanenten Spektakel analoger, digitaler und sozialer Medien stellt der Antagonist nur eine einzige Frage: Sind die Menschen es überhaupt wert zu existieren? Und diese Antwort versucht er zu finden, indem er ihnen zeigt, zu was sie im Stande sind. 

So entfaltet sich diese Geschichte und stellt nicht nur Fragen an die Charaktere, ihre Handlungen werfen ebenfalls Fragen an unsere Gesellschaft auf.

Woher nimmst du die ganzen Ideen? 

Ich würde fast sagen, die Ideen springen mich einfach an. Dann recherchiere ich, damit aus der Idee etwas Fundiertes wird und mit etwas Glück wird am Schluss eine gute Geschichte daraus. 

Am einfachsten ist dies an einem Beispiel zu verstehen. Für die Interessierten berichte ich auf meinem Blog in einem größeren Essay darüber, welches direkt Bezug auf meine Geschichte „Für immer schlafende Kinder – Gerechter Zorn“ nimmt.

Lassen sich in deinem Buch auch reale Erlebnisse von dir finden, schließlich sagt man ja immer, dass man in gewisser Weise auch meistens irgendwie autobiographisch schreibt? 

Geschichten sind für mich Ursprung und Treiber der Menschheitsgeschichte, psychologisch gesehen denkt der Mensch sogar in Geschichten. So liegt es meiner Meinung nach in der Verantwortung eines jeden Autors die Probleme und Besonderheiten seiner Gegenwart zu beachten. 

Für mich persönlich kann ich sagen, dass ich zwar durch verschiedene Erlebnisse neue Ideen entwickele, aber in keinem Moment bewusst versuche mich selbst in einer meiner Geschichten zu reflektieren. 

Schreiben braucht für mich nicht vieles, nur ein Problem und die Freiheit dieses perspektivisch zu erforschen. 

Wie wird es für dich in Zukunft weitergehen? 

Das kann ich nicht so genau sagen, dieses Jahr wird wahrscheinlich noch ein Werk anderer Form folgen und das Marketing für die Reihe „Für immer schlafende Kinder“ muss weitergehen. Es genügt eben nicht ein gutes Buch geschrieben zu haben. Momentan ist die Reihe auf drei Bücher ausgelegt, der nächste Teil sollte in den folgenden zwei Jahren erscheinen. 

Alles in allem versuche ich mein Schreiben auch zukünftig am größten Problem der Moderne auszurichten, an der menschlichen Natur selbst. Ich versuche das Problem der Existenz auf perspektivische Art zu untersuchen, um dem äußerst schädlichen nihilistischen Zeitgeist entgegenzutreten und gleichzeitig zu unterhalten. 

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Website: www.antitorheit.de 

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