10 Fragen an… Jonas Reiter

Foto:Simone Kasper

Heute stellen wir euch in unserer Rubrik „10 Fragen an…“ Jonas Reiter vor. Jonas ist 25 Jahre alt und wohnt in Primstal. Aktuell schreibe er seine Masterarbeit in der Betriebswirtschaftslehre an der Universität des Saarlandes. Seit 2018 ist er Kreisvorsitzender der Jungen Union im Landkreis St. Wendel. Er ist ein richtiges Dorfkind und engagiert sich als stellvertretender Ortsvorsteher in Primstal und im Gemeinderat Nonnweiler. Neben dem Studium ist er als studentischer Mitarbeiter bei der Bundestagsabgeordneten Nadine Schön im Wahlkreis beschäftigt.

Wie sieht ein typischer Tag in deinem Leben aus?

Ganz abwechslungsreich: Meistens startet er mit einem schnellen Frühstück und dann geht es am Schreibtisch an die Mails und die Masterarbeit. Außerdem gibt es einige Videokonferenzen und Sitzungen zwischendurch. Wenn dann noch Zeit ist, kümmere ich mich um die Wohnung oder gehe eine Runde Laufen. Abends sitze ich oft lange am Schreibtisch, alternativ mit Laptop auf der Couch. Nach dem Zeitungslesen geht es dann mit einem Podcast ins Bett.

Wie würdest du deine Tätigkeit als Vorsitzender der JU WND beschreiben?

Ca. 800 Leute sind Mitglied der Jungen Union im Kreis St. Wendel – aus allen Gemeinden und fast allen Dörfern. Bei uns treffen viele Interessen und Motivationen aufeinander. Die Junge Union ist „verwandt“ mit der CDU, aber wir sind kein identisches Abbild der CDU in jung. Dies zeigt sich zum Beispiel auch daran, dass unsere Ortsverbände in vielen Orten wie ein Jugendclub organisiert sind und die großen politischen Fragen nicht im Vordergrund stehen. Wichtig sind die Gemeinschaft und das Engagement für das eigene Umfeld. Wer das teilt, ist bei uns herzlich willkommen!

Die Aufgabe des Kreisvorsitzenden ist, die Arbeit und das Engagement des Kreisverbandes zu koordinieren und den Austausch zwischen den Verbänden zu organisieren. Unser thematischer Fokus liegt auf den Themenbereichen, für die der Landkreis und die Gemeinden eine Zuständigkeit haben. Hier haben wir in eigenen Papieren unsere Ideen und Forderungen aufgeschrieben. Diese versuchen unsere 80 JU-Mandatsträger in den Orts- und Gemeinderäten, dem Stadtrat und im Kreistag umzusetzen. Als Kreisvorsitzender koordiniere ich hier zum Beispiel den Austausch mit den CDU-Verantwortlichen auf Kreisebene und mit der CDU-Kreistagsfraktion. Außerdem vertrete ich den Kreisverband auch im JU-Landesvorstand und bin im regelmäßigen Austausch mit den anderen JU-Kreisvorsitzenden im Saarland.

Was magst du besonders daran?

Dass man wirklich selbst etwas bewegen kann, auch wenn es manchmal nur Kleinigkeiten sind. In der Jungen Union machen wir uns viele Gedanken, welche Ideen und Verbesserungen unsere Region noch attraktiver machen würden. Wenn man dann ein paar Monate später sieht, dass manche Ideen wirklich umgesetzt sind, motiviert das wahnsinnig. Beispiele hierfür sind z. B. der Nachtbus vor einigen Jahren, viele freie WLAN-Netzwerke und jetzt sind wir auf dem Weg zu innovativen Ergänzungen im ÖPNV.



Was ist vielleicht auch nicht so toll?

Dass viele Projekte in staatlichen Strukturen sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Oftmals denkt man sich, dass die ein oder andere Sache doch in einem Monat erledigt sein könnte. Aber dann gibt es hier noch eine Anhörung, da nochmal einen Termin, eine erneute Verzögerung usw. Wenn man dann zum Beispiel sieht, dass aufgrund nicht-verfügbarer Baugrundstücke junge Leute den Ort und die Gemeinde verlassen und woanders bauen, dann ist das manchmal echt frustrierend.

Was gefällt dir besonders am St. Wendeler Land?

Unsere Region ist eine ganz besondere, weil es hier ein starkes Gemeinschaftsgefühl, intensives ehrenamtliches Engagement in Vereinen und einfach viele schöne Plätze wie den Schaumberg, den Bostalsee, den Ringwall oder auch den Schlossplatz gibt.

Was würdest du gerne verbessern?

Wie viele Seiten hab ich? 😉 Eine einfache Idee, die man auf viele Bereiche übertragen kann und die auch in einigen Gebieten schon gut umgesetzt ist: Wir sollten versuchen, Strukturen und Vorteile aus der Großstadt herunter zu brechen für den ländlichen Raum. Zum Beispiel im ÖPNV (Rufbusse, bedarfsgerechter, flexibler, bezahlbarer, tags und nachts) oder bei der Lebensmittelversorgung (Smart Village in allen Dörfern ohne Einzelhandel). Außerdem sollte das Angebot an Baugrundstücken massiv ausgebaut und Leerstände bekämpft werden. Wünschenswert sind auch die Entlastung und Unterstützung des Ehrenamtes, die Förderung von Bürgerengagement, mehr Tempo bei der Digitalisierung der Schulen, mehr Jugendräume als Rückzugsorte und und und.

Was ist Dein Lieblingsort/Geheimtipp im St. Wendeler Land?

Wenn es sportlich sein soll, eine Runde an der Talsperre Nonnweiler. Wenn es gemütlich sein soll, einen Kaffee oder ein Weizenbier auf dem Schlossplatz in St. Wendel (wohl kein Geheimtipp).

Was bedeutet Heimat für Dich?

Sehr viel! Das Gefühl von Geborgenheit. Ein Umfeld, in dem man sich gegenseitig hilft. Wo man sich auf dem Sportplatz nicht vorstellen muss. Wo man immer jemanden hat, wenn man gerade jemanden braucht.

Wer ist dein großes Vorbild?

Ich habe kein klassisches Vorbild, aber wer mich nachhaltig beeindruckt und inspiriert hat, ist Hans Ley, der leider viel zu früh verstorben ist. Er war ein Vollblut-Politiker und Vollblut-St. Wendeler, auf den man sich zu 100% verlassen konnte. Hans hatte mit einem beeindruckenden Weitblick oft schon Themen auf dem Schirm, an die zu dieser Zeit noch keiner gedacht hat. In Erinnerung bleibt mir auch sein Besuch auf meinem 18. Geburtstag.

Wie würdest du die „St. Wendeler Mentalität“ beschreiben?

Lebensfroh, herzlich, hilfsbereit, aktiv.

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