1. Freisener Tag der Ausbildung – Ein Tag im Zeichen der Zukunft

Die eigene berufliche Zukunft ist für viele Schüler ein ungewisser Baustein in ihrer Lebensplanung. Auf die Frage „Wo siehst du dich in fünf Jahren?“ wissen viele keine Antwort. Aber woher soll man das auch wissen, wenn man jahrelang einen Ort besucht, der auf Noten und einen möglichst guten Abschluss fokussiert ist, aber keinen Rat darauf weiß, was danach kommen soll. Orientierungslos flüchten sich viele Schüler in ein FSJ, ein Orientierungsjahr voller Praktika oder schlichtweg in weitere  Schuljahre – das kennt man immerhin.

Dass es auch anders laufen kann, beweist die Gesamtschule Freisen, die schon seit mehreren Jahren durch viele Projekte zeigt, wie der Übergang von Schule zum Berufsalltag besser gestaltet werden kann. Dabei möglichst individuell auf die Interessen und Vorstellungen der Schüler abgestimmt. Frühzeitig werden die Schüler so auf die Zeit nach dem Abschluss vorbereitet. In enger Kooperation stehen dabei die Lehrerinnen Stefanie Hahl und Heike Weber, welche für die Koordination der Berufsorientierung zuständig sind, mit Daniela Kolke von der Jugendberufshilfe des Landkreises St. Wendel und Carmen Morsch von der Agentur für Arbeit. Die einzelnen Maßnahmen zur Berufsorientierung sind dabei immer jeweils auf das Alter sowie auch auf den voraussichtlichen Schulabschluss der Schüler abgestimmt und werden oftmals an Projekttagen durchgeführt. Aus diesen zahlreichen Angeboten stechen drei besonders hervor. Zum einen präsentiert die „Crossmedia AG“ der Gemeinschaftsschule in kurzen Videos lokale Betriebe. So wird der breiten Schülerschaft ein Einblick gewährt. Impulsgeber war dabei die „Gudd Zweck-UG“, die auch in anderen Bereichen Kooperationspartner der Schule ist. Auch ein wichtiges Projekt der Gemeinschaftsschule ist BoDo. Dieses ermöglicht es Schülern der Klassenstufe 9 Betriebe zu besuchen und sich über diese vor Ort zu informieren. Das Projekt zeigt positive Resonanz, denn einige der Schüler haben darüber bereits einen Ausbildungsplatz gefunden. Auch die Förderkonferenz dient zur Unterstützung der Schüler. Innerhalb der Förderkonferenz werden die beruflichen Möglichkeiten und auch private Interessen eines einzelnen Schülers besprochen. Der Schüler soll bestmöglich unterstützt und auch z.B. bei der Wahl seine Praktikumsplatzes beraten werden umso präventiv gegen Fehlentscheidungen zu wirken. Der einzelne Schüler steht dabei im Vordergrund und häufig finden danach auch Gespräche gemeinsam mit Schülern und Eltern statt.

 

Ziel von all diesen Maßnahmen ist es, Orientierung zu geben, zu informieren und auch zu sensibilisieren. Entgegen der häufig vertretenen Meinung muss nicht jeder zwingend Abitur und ein Studium machen, sondern es gibt durchaus auch eine erstrebenswerte Zukunft in Bereichen wie etwa dem Handwerk. Die Aufklärungsarbeit über Weiterbildungsmöglichkeiten und den Wert der Ausbildung selbst ist dabei nicht zu unterschätzen, da oftmals darüber falsche Vorstellungen bestehen.

Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung und zur bestmöglichsten Unterstützung der Schüler war der Freisener Tag der Ausbildung, der in diesem Jahr am vergangenen Samstag zum ersten Mal veranstaltet wurde. In den Räumlichkeiten der Schule konnten sich an diesem Tag über 20 regionale Betriebe präsentieren und die Schüler können sich über Ausbildungsmöglichkeiten informieren. Neben einem Infostand boten zahlreiche Unternehmen auch Vorträge an. Für die Schüler war dies die optimale Gelegenheit, in ihrer eigenen Schule Informationen zu sammeln und erste Kontakte mit Ansprechpartnern zu knüpfen. Vertreten waren mittelständige Unternehmen und Behörden wie Edeka Eckstein oder die Stadtverwaltung St. Wendel bis hin zu Großunternehmen wie Centerparcs, Pizza Wagner oder Hörmann. Viele Betriebe brachten ihre eigenen Auszubildenden mit, sodass die Schüler auch Gelegenheit hatten, auf Augenhöhe mit fast Gleichaltrigen über die Ausbildungsmöglichkeiten zu sprechen. Für die Schüler der Klassenstufen 7 bis 11 war dies eine Pflichtveranstaltung. Auch Eltern waren willkommen. Anhand eines Laufzettels sollten die Schüler selbständig Informationen sammeln und Vorträge besuchen, konnten dabei sich aber auch nach ihren eigenen Interessen orientieren. Lehrpersonen halfen bei der Koordination und kümmerten sich darum, dass die Vortragsräume nicht überfüllt waren.

Veranstaltet wurde der 1. Tag der Ausbildung von der Gesamtschule in Kooperation mit der Gemeinde Freisen. Der Grundstock für den Tag der Ausbildung sei damit gelegt, berichtete Schulleiter Marc André Müller. Im Nachgang müsse nun evaluiert und je nach Bedarf Konzeptänderungen vorgenommen werden. Bereits jetzt sei schon aufgefallen, dass die Bereiche Handwerk und Pflege nicht ausreichend vertreten waren, das würde man ändern wollen. Auch werden die anwesenden Betriebe nachträglich um Feedback gebeten, die Schüler und Eltern befragt und die aufsichtsführenden Lehrpersonen angehört. So könne man den Tag von allen Blickwinkeln beleuchten und Änderungen in Zukunft vornehmen, denn geplant sei es, den Tag der Ausbildung weiter auszubauen und regelmäßig zu veranstalten, obwohl die Kapazitätsgrenze in den Räumen der Schule bereits fast erreicht sei. Zusätzlich könne man jedoch noch auf die Räumlichkeiten des  Rathauses zurückgreifen, erzählt Bürgermeister Karl-Josef Scheer, der hinter der Berufsorientierung der Gemeinschaftsschule steht. Auch Herr Luther vom Dezernat für Bildung des Landkreises St. Wendel unterstützt die Idee und betont, dass der Landkreis hier auch seine Verantwortung als Schulträger sehe für einen guten Übergang in den Berufsalltag zu sorgen. Nicht zuletzt kommen Maßnahmen der Berufsorientierung auch den lokalen Betrieben zugute, welche häufig Auszubildende suchen und am Schluss der Kette profitiert auch die regionale Wirtschaft von solchen Projekten.

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